Am Ende g├╝nstiger als gesch├Ątzt

Meldung vom 23.09.2021


Bei der schlichten Feier war B├╝rgermeister Harald Reisner (FW, vorne links, neben ihm die H├Ârzhausener Stadtr├Ątin Inge Eberle, CSU) mit dabei. Albert Steurer, Mitglied der Kirchenverwaltung (vorne r.), der f├╝r den Friedhof zust├Ąndig ist, nahm in seiner Ansprache kein Blatt vor den Mund und kritisierte die Bisch├Âfliche Finanzkammer scharf. | Foto: Endres

H├Ârzhausen feiert den Abschluss der Arbeiten an der Friedhofsmauer - Scharfe Kritik an der Bisch├Âflichen Finanzkammer

H├Ârzhausen - Nach ├╝ber sieben Jahren Bauzeit ist die Mauer am H├Ârzhausener Friedhof fertiggestellt worden. Nun wurde sie eingeweiht - ein sch├Âner Abschluss auch f├╝r die vier Mitglieder der Kirchenverwaltung der Pfarrei Sankt Martin H├Ârzhausen, deren Nerven w├Ąhrend der zur├╝ckliegenden Jahre ab und zu ziemlich strapaziert wurden.

"Es war ein gro├čes Trauerspiel, dass eine relativ kleine Ma├čnahme sich so lange hingezogen hat", kritisierte Albert Steurer von der Kirchenverwaltung, der kein Blatt vor den Mund nahm: "Gr├Â├čtenteils hat dies die Bisch├Âfliche Finanzkammer in Augsburg verschuldet." Mit zeitlichen Verz├Âgerungen h├Ątten die H├Ârzhausener durchaus Erfahrungen, obwohl sie daf├╝r nichts k├Ânnten, meinte B├╝rgermeister Harald Reisner (FW) in seinem Gru├čwort. Nicht nur beim Feuerwehrhaus, sondern auch bei der Kirchenmauer sei viel Geduld n├Âtig gewesen.

Das Projekt war, wie im Rahmen der kleinen Feuer noch mal dargestellt wurde, in drei Abschnitte eingeteilt: Urnengrabst├Ątte, Friedhofsmauer beim Pfarrhof an der Oberm├╝hlstra├če und zuletzt die Mauer entlang des Kindergartens und die Aussegnungshalle. Insgesamt wurden 403100 Euro ausgeben. Die Kostensch├Ątzung wurde damit erheblich unterschritten. "Die Mauer muss weg", riefen Tausende Menschen in Berlin vor der Wende am 9. November 1989 - mit diesem R├╝ckblick begann Jugendpfarrer Dominik Zitzler seine passende Predigt. In H├Ârzhausen sei man dagegen der Meinung gewesen, die Mauer m├╝sse bleiben. Bei einer Mauer denke man an Abgrenzung, Abschottung und Schutz vor Bedrohung. Eine Mauer um einen Friedhof sage den Menschen, hier sei ein besonderer Ort, ein Acker Gottes. Ein Friedhof sei ein Ort der Erinnerung, biete Raum zum Abschiednehmen und zur Trauer, aber auch einen Bereich f├╝r Begegnungen, wie Zitzler herausstellte: "Bei der Pflege der Gr├Ąber treffen sich viele Menschen und tauschen sich gegenseitig aus. Er ist damit auch ein sozialer Ort in unserem Dorf."

Die Kirchenverwaltung habe damit eine richtige Entscheidung getroffen, diesen besonderen Ort zu erhalten und abzugrenzen. Es gehe auch um die Bewahrung einer Kultur, die es f├╝r die kommenden Generationen zu erhalten gelte, wie es der Priester formulierte: "F├╝r den Auftrag, heute in unserer Zeit dem festen Glauben und der Hoffnung auf die Auferstehung Raum zu geben." Zum Schluss dankte Zitzler allen, die an dem Projekt beteiligt waren. Nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Martin spendete er vor der Aussegnungshalle den kirchlichen Segen.

Kirchenpflegerin Ursula Moll begr├╝├čte die Gl├Ąubigen und die geladenen G├Ąste, dann ├╝bernahm Albert Steurer. In der H├Ârzhausener Kirchenverwaltung gibt es eine klare Aufgabenverteilung - Steurer ist hier f├╝r den Friedhof zust├Ąndig. In H├Ârzhausen verwaltet ja die Pfarrei den Friedhof, nicht die Stadt Schrobenhausen.

Steurer lie├č die vergangenen sieben Jahre Revue passieren. Dabei sparte er nicht mit deutlicher Kritik an der Arbeitsweise der Bisch├Âflichen Finanzkammer der Di├Âzese Augsburg. Diese sei f├╝r eine Zwangspause w├Ąhrend der Abwicklung des Projektes verantwortlich gewesen: "Mit einer E-Mail vom 4. November 2019 erlie├č die Kammer einen generellen Baustopp der noch auszuf├╝hrenden Arbeiten f├╝r den dritten Bauabschnitt. Als Gr├╝nde daf├╝r sind die internen fehlenden Regelungen laut einem Urteil des Europ├Ąischen Gerichtshofes vom 4. Juli 2019 genannt worden. Davor gab es schon eine 17-monatige Zwangspause", f├╝hrte Steurer aus.

Die Mitglieder der Kirchenverwaltung h├Ątten die Zwangspausen genutzt und verschiedene Ma├čnahmen umgesetzt. Als Beispiele nannte Steurer verschiedene Anforderungen der Berufsgenossenschaft, die Erh├Âhung der Gel├Ąnder an der Empore, am Kirchturm und im Langhaus der Kirche im Dachgeschoss, das Ausmisten des Speichers im Pfarrheim, um dort Platz f├╝r ein Archiv zu bekommen, sowie die Erneuerung der Chorraumbeleuchtung und der Lautsprecheranlage.

Und wann darf der Turm gewei├čelt werden?
Die n├Ąchste Baustelle sei nun der Kirchturm. Die schwarzen Stellen an der Fassade seien deutlich zu sehen. "Aber es wird noch Jahre dauern, bis wir den Kirchturm wei├čeln d├╝rfen", bef├╝rchtet Steurer, denn: "Aus Insiderkreisen habe ich geh├Ârt, dass seitens Augsburg solche Ma├čnahmen noch f├╝r die Hauptkirchen in einer Pfarreiengemeinschaft unterst├╝tzt werden. Mal sehen, wie sich das entwickelt und ob wir durchs Raster fallen werden."

Harald Reisner dankte allen, die mitgeholfen haben, das Projekt umzusetzen. Die Stadt, so der B├╝rgermeister, habe die Ma├čnahme gerne mit einem Zuschuss unterst├╝tzt.

Bericht und Foto: Fritz Endres

Gottesdienste

Ein Schutzengelfest fast wie fr├╝her

Meldung vom 05.09.2021


Gottesdienst im Freiem ohne Maske: Knapp 200 Gl├Ąubige aus dem Schrobenhausener und Aichacher Land pilgerten wieder nach Halsbach. | Foto: Endres

Knapp 200 Gl├Ąubige kamen nach Halsbach - Im Freien mussten keine Masken getragen werden

Halsbach - Es war fast so wie vor Corona beim Schutzengelfest in dem kleinen Schrobenhausener Ortsteil Halsbach am westlichsten Zipfel des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen: Knapp 200 Gl├Ąubige kamen bei herrlichem Sp├Ątsommerwetter aus dem Schrobenhausener und Aichacher Umland, es mussten keine Masken getragen werden und beim Gottesdienst spielte sogar die Blaskapelle wieder. Nur das Rahmenprogramm mit Essen und Trinken fiel der Pandemie noch zum Opfer.

Mitglieder der H├Ârzhausener Kirchenverwaltung k├╝mmerten sich darum, dass der Mindestabstand eingehalten wurde. Zum 302. Mal inzwischen wurde das Fest zu Ehren der Schutzegel im Freien vor der kleinen historischen Kirche gefeiert. "Pass auf dich auf" lautete der Leitgedanke von Jugendpfarrer Dominik Zitzler in seiner Predigt.

Im zur├╝ckliegenden Jahr war das Tragen einer Maske bis zur Sitzbank noch Pflicht. Durch die Lockerungen in den vergangenen Tagen durch die Staatsregierung was die Ma├čnahmen zur Pandemiebew├Ąltigung angeht, wurde diese Verpflichtung aufgehoben. Sogar die Blaskapelle durfte wieder engagiert werden. "Das Fest der Schutzengel feiert die Kirche eigentlich im Monat Oktober. In Halsbach wird jedoch an der jahrhundertalten Tradition festgehalten, das Fest am ersten Sonntag im September zu feiern", begr├╝├čte Pfarrer Dominik Zitzler von der Pfarreiengemeinschaft Schrobenhausen die Gl├Ąubigen aus nah und fern.


Seit vielen Jahren ist Else Heigl nicht nur Mesnerin sondern auch Lektorin beim Schutzengelfest. Jugendpfarrer Dominik Zitzler zelebrierte die Heilige Messe. | Foto: Endres

Der Monat September stehe f├╝r einen Neuanfang f├╝r alle, die einen Beruf erlernen. Ein neues Schuljahr beginnt ebenso im September. "Wenn jemand aus dem Haus geht oder eine Reise antritt, dann sagen wir zu den Menschen, die uns am Herzen liegen und die uns nahe stehen: Pass auf dich auf", begann Jugendpfarrer Zitzler seine ansprechende Predigt. Dies sei ein Ausdruck tiefer Sehnsucht nach Schutz, Hilfe und Heil - danach, beh├╝tet zu sein. Pass auf dich auf: Diesen Satz k├Ânnte man eigentlich umformulieren in "Gott passt auf dich auf und er sendet seine Engel, dich zu beh├╝ten".

"Wir d├╝rfen uns heute unserer eigenen Sehnsucht nach Heil und Schutz bewusst werden. Ihre Anwesenheit ist auch ein Glaubensbekenntnis, dass wir Menschen bei Gott Schutz und Hilfe erfahren d├╝rfen", sagte der Priester weiter. Die Verehrung der Schutzengel sei der Glaube und die Bitte, dass Gott seine heiligen Engel aussende. In vielen Symbolen komme dieser Wunsch zum Ausdruck: kleine Schutzengel am Autoschl├╝ssel, Engel an vielen Kriegerdenk- und Mahnmahlen, denn Soldaten, die in den Krieg geschickt wurden, hatten um Schutz gebeten. Auch im Friedhof an den Grabsteinen trifft man auf Schutzengel. "Die Engel m├Âgen die Menschen auch beim letzten Weg begleiten." Die Verehrung der Schutzengel, so Zitzler, sei ein wesentlicher Bestandteil der Schutzbruderschaft in Halsbach, die vor ├╝ber 300 Jahren gegr├╝ndet worden ist. Zum Abschluss seiner Predigt las Zitzler ein Gebet von Pater Norbert Becker aus Steinerskirchen vor: "M├Âge Gott dich begleiten."


Nach einem Jahr Pause spielte au├čerdem wieder eine siebenk├Âpfige Blasmusik beim Gottesdienst. | Foto: Endres

Vor dem Schlusssegen dankte Hans Dorner von der Kirchenverwaltung Sankt Martin H├Ârzhausen allen die zum Gelingen des Festes beigetragen haben. Schon seit Jahrzehnten geh├Ârt Mesnerin Else Heigl mit ihrer Familie dazu. Dorner dankte auch K├╝nstler Dieter Mayr, der das Kreuz vor dem Eingang der kleinen Kirchen freiwillig restauriert hatte. "Ich hoffe, dass wir im n├Ąchsten Jahr das Schutzengelfest ohne jegliche Einschr├Ąnkung feiern k├Ânnen", so Dorner. Traditionell beten die Gl├Ąubigen zum Abschluss der heiligen Messe gemeinsam das Angelobungsgebet.

Bericht und Foto: Fritz Endres

Errichtung der Pfarreiengemeinschaft Schrobenhausen

Am 1. September 2018 wird in Schrobenhausen eine neue Pfarreiengemeinschaft errichtet, in der die Pfarreien in verändeter Form zusammenarbeiten.

In Zukunft gehören die Pfarreien St. Jakobus maj. (Schrobenhausen, mit der Filiale Steingriff), Hl. Geist (Mühlried), St. Martin (Hörzhausen) und St. Mauritius (Edelshausen) zu einer Pfarreiengemeinschaft.
Konkret bedeutet das zunächst nur, dass

  • ein Pfarrer alle Pfarreien leitet (mit 10.310 Katholiken),
  • Gemeindereferentin, Diakon und Kaplan für alle diese Pfarreien zuständig sind,
  • es in Schrobenhausen ein Hauptbüro und in Mühlried ein Nebenbüro für die Pfarreiengemeinschaft gibt,
  • ein Pastoralrat eingerichtet wird, der in Abstimmung mit den Räten das Gemeinsame koordiniert, bespricht und plant
Alles andere wird unter Beteiligung vor Ort ausgemacht. So z. B. die neue Gottesdienstordnung, die im Übergangsgremium "Koordinationsteam" (das sich aus den VertreterInnen aus den Pfarreien zusammensetzt und bis zur Errichtung des Pastoralrats existiert) bereits besprochen wurde. Auch Fragen zu Erstkommunion-Vorbereitung, Kirchenanzeiger oder Pfarrbrief werden geklärt. Und langfristig geht es z. B. darum, was sie vor Ort für die Zukunft brauchen, was Ihre Ziele sind etc.

Projektleitung: Das Projekt wird im Auftrag des Generalvikars von den beiden Referenten für Gemeindeentwicklung, Dr. Thomas Wienhardt und Diakon Jürgen Zapf als Projektleiter gestaltet. Sie sorgen für einen guten Verlauf und dafür, dass es zu Klärungen kommt. Sie legen aber keine Inhalte fest. Entscheidungen (z. B. zur Gottesdienstordnung) müssen die Menschen vor Ort treffen. Dieses Vorgehen wird eng mit dem neuen Pfarrer, Georg Leonhard Bühler, in Projektteam-Treffen vorbereitet und mit Hilfe des Koordinationsteams, durch das Hauptberufliche und Ehrenamtliche beteiligt werden, besprochen und vereinbart. Teilweise wird es auch Arbeitsgruppen für bestimmte Themenfelder brauchen, die vor übergehend aktiv sind.

Quelle: Pfarrblatt St. jakob SOB Sommer 2018, Autoren: Carola Pelikan (Pfarrgemeinderätin SOB) und Dr. Thomas Wienhardt (Referent für Gemeindeentwicklung)